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| Technik, Fortschritt

Die ÖPNV-Welt von morgen

Ausbaustrategie rnv2030

Ein Blick in die Kristallkugel?

Der Blick in die Zukunft ist ungewiss und konfrontiert uns mit einigen Fragen: Wie werden wir in der Welt von morgen leben, wie arbeiten, wie mobil sein? Uns als Verkehrsunternehmen stellt sich besonders die Frage, wie wir den Verkehr der Zukunft abwickeln werden. In der vergangenen Woche in unserem Podcast ging es hauptsächlich um die Planung zukünftiger Straßen- und Stadtbahntrecken. In diesem Beitrag soll dieses Zukunftsthema noch etwas vertieft werden.

Um für die Fragen nach dem Verkehr der Zukunft gewappnet zu sein, haben wir bei der rnv das Projekt rnv 2030 gestartet, welches im Übrigen auch im Podcast der vergangenen Woche genannt wurde. Dabei handelt es sich um eine erste Ideensammlung und einen flexiblen Zukunftsfahrplan, auf dessen Grundlage der langfristige Ausbau des ÖPNV in der Rhein-Neckar-Region vorangetrieben werden kann. Denn klar ist: Der ÖPNV muss in Zukunft ausgebaut werden, wenn wir der großen Herausforderung des Klimawandels angemessen begegnen wollen. Schließlich ist der ÖPNV die umweltfreundlichste Art, Menschen zu bewegen - und für die vielbeschworene Verkehrswende reicht der Erhalt des aktuellen Zustands im ÖPNV nicht aus. Das Strategiepapier rnv 2030 schildert erste Gedanken und verschiedene Ideen für Maßnahmen, wie in Zukunft im Vergleich zum Ausgangsjahr 2018 Fahrgastzuwächse von 30, 50 oder auch 100 Prozent realisiert werden können. Da die Ausbauprojekte von der Finanzierungsgrundlage, der Konzeption über die entsprechenden Abstimmungsrunden mit Gremien und Gemeinden und die Planung bis zur Verwirklichung viele Jahre benötigen, ist es wichtig, bereits jetzt alles planerisch Mögliche einmal zu durchdenken. Damit können wir einen planerischen Ansatz erstellen, wie die Verkehrswende in der Region gelingen kann.

Zauberwort: Ausbau

Bereits heute machen sich die Grenzen des aktuellen Verkehrsnetzes bemerkbar – trotz (und zum Teil sogar aufgrund) des Netzausbaus und der damit verbundenen Angebotserweiterungen in den vergangenen Jahren. Schließlich hängt es nicht nur am Streckenausbau: Auch die elektrischen Anlagen müssen leistungsfähiger, die Fahrzeuge müssen größer werden, um tagtäglich deutlich mehr Fahrgäste in der Metropolregion transportieren zu können.

Die Möglichkeiten, um zusätzliche Fahrgäste zu transportieren, sind zahlreich: Sowohl größere Fahrzeuge als auch einzelne ergänzende Linien und ein durchgängig dichterer Takt auf allen Linien im Netz können dazu beitragen. Jedes Ziel in unserem Strategiepapier rnv 2030 – 30, 50 oder 100 Prozent Fahrgastzuwachs – erfordert allerdings unterschiedliche Maßnahmen. Während eine Steigerung der Fahrgastzahlen von etwa 30 Prozent gut durch den Einsatz größerer Bahnen realisierbar wäre, müsste die innerstädtische Verkehrsinfrastruktur für Steigerungen ab 50 Prozent teilweise erheblich ausgebaut werden. Für 100 Prozent ist ein kombinierter und umfassender Ausbau in allen Bereichen notwendig.

Dabei ist es wichtig zu beachten, dass es sich bei den aktuellen Plänen nicht um unumstößliche Bauvorhaben handelt. Es geht um Ideen, wie der Streckenausbau ins Umland oder die Kapazitätssteigerung in den Innenstädten umgesetzt werden könnten – und weniger um Fragen der Finanzierung oder der Realisierung, für die politische Mehrheiten in den Gemeinderäten notwendig sind. Immerhin haben viele inzwischen realisierte Ausbaumaßnahmen in ihren Anfängen mehrere Runden durch Bürgerbeteiligungsprozesse, Ausschüsse, Stadträte und Genehmigungsverfahren durchlaufen. Das Konzept rnv 2030 soll den Grundstein für weitere Abstimmungen und die Beteiligung wichtiger Entscheidungsträger legen – und eben einen Überblick bieten, was überhaupt sinnvolle Ansätze zum Ausbau sind. Auch deshalb wird das Dokument stetig und dynamisch fortgeschrieben, schließlich ändert sich immer wieder etwas an den Rahmenbedingungen und Anforderungen an den Ausbaukonzepten.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Nun wollen wir aber auch einen kleinen Einblick auf den möglichen Ausbau des Straßenbahnnetzes gewähren. Immerhin ist das ein Aspekt, der in der vergangenen Woche auch in unserem Podcast angesprochen wurde. Die folgenden Bilder sind aus dem aktuellen Stand der Ausbaustrategie rnv 2030.

Ausbaustrecken in Heidelberg
Ausbaustrecken in Ludwigshafen
Ausbaustrecken in Mannheim

In dunkelblau werden hier die Bestandsstrecken angezeigt, in orange die möglichen Neubaustrecken. Gepunktete Linien bedeuten, dass mehrere Varianten einer Verbindung denkbar wären. Die hellblauen Linien sind bereits in der Planung, Genehmigung oder Bauausführung befindliche Projekte zum Stadtbahnausbau.

Auch wenn das mit Sicherheit dem ein oder anderen Leser großen Appetit macht, ganz konkrete Ausbaupläne anzufragen, wollen wir ganz bewusst nicht über den aktuellen Bildersachstand hinausgehen. Ganz einfach, da dieser Überblick erst einmal aufzeigen soll, was denkbar wäre – und nicht direkt zum detaillierten Hinweis einladen soll, weshalb ein Ausbau hier oder dort ganz bestimmt nicht gehen wird. Den Appetit dürfen unsere Leser aber gern behalten, schließlich bleibt zu hoffen, dass es mit der ein oder anderen Maßnahmenidee schon in Kürze ein Wiedersehen in Form einer Baustelle gibt.


Kommentare

18. Mai 2021

Nico

Man fragt sich ja was die rnv gegen Hockenheim hat das immer davor die Biege gemacht wird :D

14. Mai 2021

Alexander Kloos

Mal hier gucken: https://ob-kandidat-kloos.blogspot.com/2021/05/neuer-betriebshof-neue-strecken-und-das.html?m=1 Oder hier https://kloos-behebt.blogspot.com/?m=1

12. Mai 2021

Än Pälzer

Die Pfalzbahn nach Mutterstadt wär der Hammer! Die Verbindung würde bestimmt viele von der Autobahn umsteigen lassen

12. Mai 2021

Ein Sandhäuser

Die Verbindung von 23 und 26 über Sandhausen, Walldorf, Wiesloch und Nußloch MUSS kommen! Das wäre so eine unglaubliche Aufwertung des Südlichen RNK. Wenn man dann noch die Fahrwege der Busse anpasst, kann man mit der Tram ordentlich was Wegsparen!

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