Ohne Herz geht es nicht: Bei unseren Kolleginnen und Kollegen schlägt es für den ÖPNV – sei es im Fahrdienst, in den Mobilitätszentralen, im Kundendienst, der Verwaltung oder bei unseren Ingenieurinnen und Gleisbauern. Und auch, wenn man es bei all dem stahlharten Material in Gleisen und Fahrzeugen nicht erwarten würde: Ohne Herzen geht auch auf der Schiene nichts.
Kleine Herzen statt weitläufiger Schleifen
Weichen formen unser weitverzweigtes Liniennetz in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen, sowie an der Bergstraße und der Weinstraße. Weichen bündeln Streckenäste zu starken Hauptachsen. Sie sind zwischen zwei Richtungsgleisen angeordnet und ermöglichen es, dass Stadtbahnen umsetzen – also wenden – können, ohne große Wendeschleifen.
In Kombination mit Zweirichtungsfahrzeugen wie der Rhein-Neckar-Tram bedeutet das nicht nur platzsparende Mobilität. Denn dank Weichen und ihrer Herzen reicht es aus, kleine Streckenabschnitte zu sperren, wenn Bauarbeiten erledigt, oder Störungen behoben werden müssen. Das freut dann auch die Fahrgäste, die dadurch nicht auf einen Ersatzverkehr (SEV) umsteigen müssen. Denn ohne sie müsste die Strecke bis zur nächsten Wendeschleife gesperrt werden. Die kann dann schon mal an einem oder sogar mehreren Stadtteilen entlangführen.
In manchen Fällen werden deshalb vorübergehende Bauweichen eingesetzt, wie während des barrierefreien Ausbaus der Haltestelle Karlsplatz in Mannheim oder beim Betrieb in der Baustelle entlang der Dossenheimer Landstraße in Heidelberg. Auch auf der Strecke der Rhein-Haardtbahn von Ludwigshafen nach Bad-Dürkheim: Ohne Weichenherzen geht es nicht in unserem Verkehrsgebiet.
Weichen: Herz aus Stahl
Die Weiche ist dabei ein faszinierendes Stück Gleisbautechnik, das entgegen ihrem Namen sehr stabil sein muss: Mitten in der Weiche befindet sich das „Herzstück“. Dort, wo sich zwei Gleistrassen kreuzen, formt es eine scharfe Spitze und markiert den Übergang von einem Gleis auf das andere. Passiert der Straßenbahnreifen das Herzstück, hängt er für einen Sekundenbruchteil in der Luft.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Radachse ist daher besonders gute Führung gefragt: Rillenschienen verengen sich und greifen den anderen Radreifen fester. Vignolschienen bekommen eine parallel verlaufende Führungsschiene zur Seite, damit das zig Tonnen schwere Fahrzeug in der Spur bleibt. Dennoch ist das Herzstück hohem Druck ausgesetzt und wird daher mit besonders hartem Stahl verstärkt.

