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| Technik, Fortschritt

Fit für die Zukunft

Frontansicht eines GtN in der Komplettsanierung

Alles wird älter

In den Jahren 1994 und 1995 wurden die klassischen Duewag-Straßenbahnen, welche teils schon seit den 60er Jahren fahren, durch die erste Generation von Niederflurfahrzeugen ersetzt. Die als 6MGT und 8MGT bezeichneten Fahrzeuge des Herstellers Duewag, welche an die damalige MVV Verkehr AG und die Verkehrsbetriebe Ludwigshafen (VBL) ausgeliefert wurden, fahren nun bereits stolze 27 Jahre in unserem Verkehrsgebiet. Neben den regelmäßigen Prüfungen und Instandsetzungen (punktuelle Ausbesserungen), sogenannte Hauptuntersuchungen, steht nun eine Komplettsanierung an. Diese als Wagenkastensanierung bezeichneten Arbeiten sind sehr umfangreich und langwierig, denn sie dauern zwischen sechs und acht Monaten. Dennoch dienen sie dazu, dass die Stadtbahn noch weitere Jahre sicher und verlässlich durch die Region fahren kann. Solch eine Sanierung kostet etwa 250 Tausend Euro. Bei ausreichender Kapazität werden bis zu drei Fahrzeugen im Jahr saniert.

Alles muss raus

Je nach Gesamtzustand, welcher bei routinemäßigen Wartungen festgestellt wird, kommen die Fahrzeuge in unsere Schwerpunktwerkstatt. Diese ist, im Vergleich zu den „normalen“ Werkstätten, spezialisiert auf größere und umfangreichere Prozesse wie Unfallausbesserungen, Hauptuntersuchungen oder eben auch Wagenkastensanierungen. Im ersten Schritt wird der Wagen komplett entkernt. Das bedeutet, dass alle Teile innerhalb der Bahn ausgebaut werden. Es muss also alles raus: Sitze, Haltestangen und Aufbauten verschwinden. Außerdem werden die Fahrwerke entfernt, um diese fristgerecht zu untersuchen. Auch werden alle Verkabelungen der Elektronik sowie der Fahrerstand ausgebaut. Zeitgleich wird auch die gesamte Verglasung der Straßenbahn, also Fenster, Front- und Heckscheibe sowie die Türen entfernt. Auch der Wagenboden wird komplett entfernt, um die Wagenkastenstruktur freizulegen. 

Innenansicht eines GtN in der Sanierung

Step by Step

Wenn das gesamte „Innenleben“ des Fahrzeugs ausgebaut wurde, beginnen die Kolleg*innen der Schwerpunktwerkstatt damit, den Wagenkasten zu untersuchen und schadhafte Stellen im tragenden Rahmen auszubessern. Ständige Feuchtigkeit und im Winter das Streusalz fördern nämlich die Rostbildung. Daher müssen eventuelle Beschädigungen entfernt oder instandgesetzt werden. Anschließend wird das Fahrzeug „aufgebockt“, damit es sandgestrahlt werden kann. Dies ist ein wichtiger Arbeitsschritt, um den Wagenkasten vor künftiger Korrosion und Witterungseinflüssen zu schützen.

Außenansicht eines GtN in der Sanierung

Soviel erstmal zum Thema Sanierung unserer Bestandsflotte. Im nächsten Teil schauen wir uns die weitere Entwicklung an.


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