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Eine Fahrt mit fips

Anmerkung der Blogredaktion: „Eine Fahrt mit fips“ ist ein Selbsterfahrungs-Trip des rnv-Auszubildenden Viktor K. mit dem neuen rnv-Verkehrsangebot „fips“. fips ist ein sogenanntes Shuttle on Demand, das heißt, es gibt keinen festen Fahrplan, der Fahrgast bestellt eine Fahrt in einem bestimmten Gebiet zu seiner Wunschzeit. Viktor macht eine Ausbildung zum FiF, zur Fachkraft im Fahrdienst. Nicht nur aus diesem Grund interessiert er sich für das Thema und hat einen Blogbeitrag dazu geschrieben.

fips-Fahrzeug mit geöffneter Tür zum Fahrgastraum

Seit 1. März wird in Mannheim ge-fipst

Seit 1.März 2021 gibt es den, die oder das fips in der Angebotspalette der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv). Viele Berichte in verschiedenen Medien gab es bereits zu diesem Thema. Aber keiner der Beiträge spiegelt die Sicht des Fahrgastes wider. Also habe ich mich entschlossen mal selbst einen fips zu buchen und zu sehen, wie es von der Bestellung bis zum Ziel aussieht. 

Zum heutigen Zeitpunkt bedient der fips (so nennen ihn jetzt wohl alle) drei Gebiete: den Mannheimer Norden, Seckenheim und das Gebiet an der Rheingrenze mit Neckarau, Lindenhof, Almenhof und Niederfeld.

Erster Schritt

Nachdem ich mir im Appstore meines Telefonanbieters die fips-App runtergeladen und mich registriert habe, erscheint auf meinem Display eine Karte, in der die angebotenen Gebiete eingezeichnet sind [siehe Screenshot 1].  

Innerhalb der Gebiete kann ich dann meinen Standort via GPS- und durch das setzen eines Pins auf der Karte angeben. Das Ziel gibt man ebenfalls mit der Eingabe einer Adresse oder mit Hilfe eines Pins an [siehe Screenshot 2]. 

Dabei ist mir aufgefallen, dass es wichtig ist, dass Standort und Zielort nicht gleich Abholpunkt und Absetzpunkt sind. Die App, die hinter fips steht, sucht den nächstmöglichen virtuellen Haltepunkt oder die nächstmögliche Haltestelle aus für den Fahrgast. Dabei versucht “Spare” (so heißt die App) den bestmöglichen Abhol-/Absetzpunkt für Fahrgast und Shuttle zu finden.

Nachdem ich meinen Start- und Zielpunkt gewählt habe, bestätigte ich nochmal meinen Standort [siehe Screenshot 3]. 

Nun fragt mich die App nach weiteren relevanten Informationen für die Fahrt [siehe Screenshot 4]. 

Ich gebe also die Anzahl der Reisenden ein und ob ich Handgepäck dabeihabe. Dann will die App noch wissen, ob Kinder mitfahren und hierfür eventuell Kindersitze benötigt werden. 

Dann lege ich die gewünschte Abholzeit fest. Hier kann ich mich  entscheiden, ob ich  den schnellstmöglichen oder einen späteren Zeitpunkt wähle. Man kann dann auch noch angeben, ob z.B. eine Mobilitätseinschränkung besteht und man auf einen Rollstuhl angewiesen ist, damit das passende Fahrzeug kommt.  

Zum Schluss lege ich noch meine Zahlungsart fest und fertig.

Naja, noch nicht ganz, denn jetzt…

Hat man das alles erledigt, zeigt mir die App  auf einer Karte den Abholpunkt, den Absetzpunkt und die Zeit an, wann ich abgeholt werde und natürlich auch, wann ich am Ziel bin. 

Nun kann man eine Fahrt anfragen [siehe Screenshot 5]. 

Die App sucht dann nach freien Fahrten. Findet diese innerhalb von 2 Minuten keine Fahrt, wird die Suche abgebrochen und man muss eine erneute Anfrage starten. 

In meinen Fall klappt alles auf Anhieb und ich warte auf mein Fahrzeug. 

Mit der App navigiere ich mich zum Abholort. Sobald sich das Fahrzeug in der Nähe befindet, wird es mir live auf der Karte angezeigt [siehe Screenshot 7].

Screenshot des Startbildschirms der fips-App
Screenshot der Start- und Zieleingabe in der fips-App
Screenshot der Standortbestätigung in der fips-App
Screenshot der weiteren Eingabemöglichkeiten in der fips-App
Screenshot der Fahrtanfrage in der fips-App
Screenshot der Abbruchmöglichkeit in der fips-App
Screenshot der Live-Anzeige des Fahrzeugs in der fips-App

Die Tür geht automatisch auf und eine Trittstufe erleichtert den Zustieg.

fips-Fahrzeug mit geöffneter Tür zum Fahrgastraum und Trittstufe

Das Fahrzeug bietet Platz für bis zu 5 Fahrgäste. Wegen Corona sind derzeit nur 2 Personen zugelassen.

Fahrgastraum eines fips-Fahrzeugs

Eine Besonderheit für mich ist, dass die rnv den fips selbst betreibt und man dadurch immer wieder Kolleginnen und Kollegen auf den Linien trifft.

Bei meiner Fahrt konnte ich auch mit der Fahrerin sprechen. Sie erzählte mir, dass sie zur ersten Gruppe gehört, die für das Angebot fips ausgebildet wurde.

Ihr macht die Arbeit viel Spaß und sie fühlt sich bei der rnv gut aufgebhoben. Das Projekt selbst findet sie auch großartig und hofft, dass es erfolgreich und ausgeweitet wird.

Aufgrund der Fahrzeugart, sagt die Kollegin, ist der Kontakt zu den Kunden deutlich intensiver als in Bus oder Bahn. Bisher hatte sie aber noch keine Probleme mit ungebetenen Fahrgästen. Das liegt ihrer Meinung nach auch daran, dass man durch die Registrierung weiß, wer mitfährt. Das wirkt sich auch auf den Vandalismus aus, denn wenn jemand den Fahrgastraum beschädigt oder verschmutzt, kann man das später noch nachvollziehen.

Ich habe dann auch noch erfahren, dass es auch schon die ersten Stammgäste gibt, die regelmäßig das Shuttle buchen, um zum Beispiel zum Hauptbahnhof zu kommen.

Aufgrund der Pandemie und des völlig neuen Angebotes kann man über die Auslastung noch nicht viel sagen.

Während meiner Fahrt ist mir aufgefallen, dass über die ganze Zeit das Navi die Route zum Ziel ansagt. Die Fahrerin erklärte mir, dass jederzeit weitere Buchungen getätigt werden können und diese dann zum aktuellen Fahrweg hinzugefügt werden. Das Fahrzeug wird dann zu einem neuen Zwischenstopp geleitet.

Diese Tatsache und dass es feste Abhol-/Absetzpunkte gibt und die Fahrt unter Umständen mit weiteren Fahrgästen geteilt wird, unterscheiden den fips vom Taxi.

Am Zielort angekommen, steige ich aus und gleich fragt mich die App, wie ich die Fahrt fand und was man besser machen kann.

Mein Fazit: fips fällt durchweg positiv aus. Man ist mit dem Shuttle flexibler und kann es sowohl als Überbrückung des Weges zu einer Haltestelle von Bus und Bahn nutzen oder einfach auch als Alternative zum klassischen ÖPNV. Ich kann nur Jedem ans Herz legen, das Angebot zumindest auszuprobieren, um zu schauen, ob Fips sich im eigenen Alltag als sinnvoll erweist und integrieren lässt. Vielleicht stellt sich heraus, dass sich virtuelle Haltepunkte in der Nähe des eigenen Wohnortes und der Arbeit oder des Freizeitzieles befinden? Für fips zahlt man als Abo-Kunde nur 1€ Aufpreis und es gelten auch dieselben Mitnahmeregeln wie in Bus und Bahn (ausgenommen Fahrräder). Fahrgäste ohne Abo benötigen einen gültigen Fahrschein und zahlen einen Aufpreis von 2€. Jetzt in der Anfangszeit verzichtet die rnv auf den Aufpreis und ein Abo oder ein Fahrschein reichen aus, damit man das Angebot testen kann.


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