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| Umwelt, Technik

Saubere Sache

Pflegedienstgruppe der rnv im Heidelberger Betriebshof

Unterwegs mit dem Team für Gleisreinigung

Bei der rnv ist die Reinigung ein wichtiger Teil der Gleisinstandhaltung. Aus aktuell vier Mitgliedern besteht die sogenannte Pflegedienstgruppe am Standort Heidelberg: Thomas Lortz, Christoph Spiller, Caldwell Knapp (Azubi) und Sebastian Haas (v. li. n. re.). Der Begriff "Pflege" lässt schon erahnen, dass an den rund 54 Kilometern Straßenbahngleis in Heidelberg wie auch an den anderen Standorten mit großer Sorgfalt gearbeitet wird. Dabei unterstützen drei Spezialfahrzeuge: Der Rillenreiniger, der Schleifzug und das Weichenreinigungsfahrzeug.

Täglich "on tour"

Ähnlich eines Staubsaugers auf Gleisen befördert der Rillenreiniger mit Wasser, Druckluft und Sauger den Dreck aus den tieferliegenden Gleisen. "Vor allem Bremssand der Straßenbahnen, aber auch Zigarettenkippen und Kronkorken – eine bunte Mischung", erklärt Thomas Lortz, der schon seit 37 Jahren – zunächst bei der HSB, später bei der rnv – dabei ist. "Am schlimmsten sind die Blätter im Herbst und die Blütenpollen im Frühjahr. Sie legen sich auf die Schienen und erzeugen einen Schmierfilm. Die Bahnen kommen dann leichter ins Rutschen und werfen mehr Bremssand aus als sonst." Die Folge? Noch mehr Schmutz, den es wegzusaugen gilt. Um das zu verhindern sind Thomas Lortz und seine Kollegen täglich von 7 Uhr bis etwa 15 Uhr im Netz unterwegs – im Herbst sogar samstags.

Rillenreiniger am Römerkreis in Heidelberg
Rillenreiniger saugt Schmutz aus den vertieften Gleisen
Schmutz in einem vertieften Straßenbahngleis
Fahrer im Fahrerhaus des Rillenreinigers
rnv-Mitarbeiter leitet mit dem Weicheneisen das Reinigungsfahrzeug
rnv-Mitarbeiter und Reinigungsfahrzeug bei der Arbeit

Stark befahrene Bereiche wie der Bismarckplatz, die Kurfürsten-Anlage, der Hauptbahnhof, die Strecke in Handschuhsheim, die Einfahrt zum Betriebshof oder die Bergheimer Straße sind täglich dran. Die Strecke nach Kirchheim und durch die Bahnstadt sowie den Pfaffengrund benötigt einmal pro Woche eine Reinigungsfahrt. Heikel sind für das Gespann, das sich mit gerade mal 7 bis 15 Stundenkilometern fortbewegt, Engstellen wie die Römerstraße oder die Handschuhsheimer Landstraße. "Da drängeln die Autofahrer, weil sie nicht überholen können", sagt Thomas Lortz.

Weichen haben ihr eigenes Reinigungsfahrzeug

Die insgesamt 143 Weichen und 37 Kreuzungen im Heidelberger Netz genießen eine Spezialbehandlung. Sie verfügen über ein ausgeklügeltes Innenleben mit beweglichen Teilen und reagieren auf starke Verschmutzungen im schlimmsten Fall mit Blockadehaltung. Ein Reinigungsteam arbeitet daher mit dem speziellen Weichenreinigungsfahrzeug täglich die wichtigsten Weichen und Gleiskreuzungen ab. Bewaffnet mit Heißwasser auf Hochdruck rücken sie Verschmutzungen zu Leibe. Größter Feind auch hier: Der Bremssand. "Vor allem in schwungvollen Kurven, da wird für einen gute Traktion eben viel gesandet", erklärt Jens Kern. Reinigungsmittel sind, ebenso wie bei der Rillenreinigung, tabu. Der Umwelt zuliebe. Damit die Weiche reibungslos funktioniert gibt’s am Schluss lediglich einen Schluck Öl – biologisch abbaubar, versteht sich.

rnv-Mitarbeiter und Reinigungsfahrzeuge reinigen die Gleise

Wenn die Reinigung nicht mehr reicht…

…kommt der Schleifwagen ins Spiel. Auch er ist, wie die Reinigungsfahrzeuge, tagsüber im regulären Betrieb im Einsatz. Jens Kern, Chef der Heidelberger Gleiswerkstatt und zuständig für die Instandhaltung des Heidelberger Netzes, erklärt: "Der Schleifwagen ist eine umgerüstete Straßenbahn, unter die am mittleren Fahrgestell spezielle Schleifsteine montiert sind. Die entfernen hartnäckigen Schmutz oder kleine Unebenheiten auf dem Gleisen. Damit das Ganze nicht zu heiß wird, hat das Fahrzeug ungefähr 3.000 Liter Kühlwasser im Tank dabei."

rnv-Mitarbeiter Jens Kern

An Heidelberg ist dabei besonders: "Wir haben hier viele Buslinien auf dem Gleiskörper." Was durch die konstante Reinigung nicht mehr in Schuss gehalten werden kann, wird neu gebaut. Beispielsweise wenn Gleise heruntergefahren sind oder das Gleisbett erneuert werden muss. Dann rücken die Gleisbauer an und sanieren, tauschen oder bauen aus. Doch das ist eine andere Geschichte.


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